Als Bergläufer sind wir ständig auf der Suche nach leichten, stabilen und zuverlässigen Ausrüstungsgegenständen, um unsere Performance auf anspruchsvollen Trails zu verbessern. Bei Stöcken stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Fixlänge oder faltbar? Nach Hunderten von Kilometern Praxis – von der Nagelfluhkette bis zum Eiger 250k – fällt unser Urteil eindeutig aus. Aber nicht in jedem Einsatzfall.
Warum diese Frage überhaupt wichtig ist
Stöcke sind beim Trailrunning kein Komfort-Zubehör. Auf längeren Strecken und bei großen Höhenmetern entlasten sie die Beinmuskulatur um bis zu 20 Prozent. Richtig eingesetzt, sparst du messbar Energie – und kommst am Ende eines langen Rennens mit deutlich frischeren Beinen ins Ziel.
Das Problem: Nicht jeder Stock ist für jeden Einsatz geeignet. Der falsche Stock kann dich sogar bremsen – sei es durch Gewicht, schlechtes Schwungverhalten oder weil er im entscheidenden Moment versagt.
Die drei Grundtypen – kurz erklärt
Fixlängenstöcke
Ein durchgehendes Rohr, keine Verbindungsstellen, eine feste Länge. Das simpelste Prinzip
Teleskopstöcke
Aus zwei oder drei Segmenten, die ineinander geschoben werden. Längenverstellbar, kompakter im Transport.
Faltstöcke
Innen durch eine Kordel oder ein Seilsystem verbunden, lassen sich in drei Teile zusammenfalten. Kleinstes Packmaß, ideal für Wettkämpfe.
Der entscheidende Vergleich: Fixlänge vs. Faltbar
Im Trailrunning-Bereich konkurrieren höchsten Carbon und Alu als Faltstock. Hier unsere ehrliche Einschätzung nach vielen Saisonen im Allgäu und weit darüber hinaus.
1. Stabilität – klarer Punkt für Fixlänge und auch Teleskopstock
Ein Fixlängenstock hat keine Schwachstellen. Er ist ein einziges Rohr aus Carbon, Aluminium oder einer Mischung. Faltstöcke dagegen haben zwei Verbindungsstellen, an denen die Segmente zusammengesteckt werden. Je nach Bauart auch noch eine innere Spannvorrichtung.
Bei seitlicher Belastung – wenn du dich etwa mit dem Stock am Fels abstützt oder dich im Downhill abfängst – liegt der Bruchpunkt fast immer an diesen Verbindungsstellen. Wir haben in der Laufbasis über die Jahre gab es schon gebrochene Faltstöcke. Gebrochene Fixlängenstöcke? Kaum.
2. Schwungverhalten – auch hier Fixlänge vorne
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Ein Fixlängenstock schwingt sauber, weil er homogen ist. Die Kraft deines Armschwungs geht ohne Verlust durchs Material bis zur Spitze.
3. Gewicht – hier kommt die Überraschung
Faltstöcke haben durch das Klappsystem meist ein paar zusätzliche Gramm – Verbindungen, Spannmechanismus, Verstärkungen. Moderne Fixlängen-Carbonstöcke liegen bei 135 bis 180 Gramm pro Stock. Vergleichbare Faltstöcke liegen meist auch schon ab 1340 Gramm
Bei einem Rennen mit 10.000 Armschwüngen pro Arm zählt jedes Gramm am Ende des Stocks. Der Unterschied klingt klein, ist aber in den Beinen spürbar.
4. Packmaß – klare Vorteil der Faltstöcke
Hier hat die Fixlänge strukturell keine Chance. Ein 115 Zentimeter Fixstock bleibt 115 Zentimeter lang. Ein Faltstock wird auf etwa 35 bis 40 Zentimeter zusammengelegt.
Für Wettkämpfe, bei denen du die Stöcke in der Laufweste verstauen willst, ist das ein echter Vorteil. Für reine Trainingstouren, bei denen du mit Stock losläufst und mit Stock zurückkommst, spielt es keine Rolle.
5. Preis – Carbon kostet, in beiden Welten
Einsteiger-Carbonstöcke mit Fixlänge bekommst du ab etwa 80 Euro. Gute Modelle liegen zwischen 120 und 180 Euro. Faltstöcke sind meist 20 bis 40 Euro teurer bei vergleichbarer Qualität – der Aufwand der Konstruktion schlägt sich im Preis nieder.
Die Direktübersicht
Fixlänge gewinnt bei: Stabilität, Schwungverhalten, Gewicht, Haltbarkeit, Preis
Faltbar gewinnt bei: Packmaß und Transport, das Gewicht ist inzwischen auch super Bsp: Distance Carbon Z von Black Diamond
Inwischen hat sich der Faltstock im Trailrunning Bereich durchgesetzt. Allerdings sehe ich die Fixlängen Stöcke klar beim Berglauf. Gewicht ist der Wahnsinn
Wann lohnen sich Faltstöcke wirklich?
Faltstöcke ind die richtige Wahl wenn
- Ultrarennen mit Pflichtausrüstung, bei denen die Stöcke phasenweise im Rucksack verschwinden müssen
- Reisen mit Flugzeug – Faltstöcke passen ins Handgepäck, Fixstöcke nicht
- Wettkämpfe mit Wechseln zwischen flachen und steilen Abschnitten, wo du zwischendurch ohne Stöcke schneller bist
- Bergläufe mit Klettersteig-Passagen, bei denen du beide Hände frei brauchst
Die Entscheidung zwischen Alu und Carbon liegt meist im Preis. Bei einem Ultralauf wäre es für mich keine Frage und sicher Caron
Auf was du beim Kauf wirklich achten solltest
Die richtige Länge finden
Die klassische Formel lautet: Körperhöhe in Zentimetern mal 0,68. Bei einem 175 Zentimeter großen Läufer wären das also 119 Zentimeter – meist gibt es die Stöcke in 5-Zentimeter-Schritten, also 120 Zentimeter.
Wichtig: Für Trailrunning mit vielen Höhenmetern empfehlen wir 2 bis 3 Zentimeter weniger. Am Berg bergauf läufst du aufrechter, da darf der Stock kürzer sein. Zu lange Stöcke behindern deine Haltung und kosten Energie.
Griffmaterial – Kork oder Schaumstoff
Korkgriffe sind angenehmer , rutschfester bei Schweiß und halten deutlich länger als Schaumstoff sagt man, allerdings ist die Entscheidung of persönlich und natürlich auch eine Frage des Herstellers. Schaumstoffgriffe haben den Vorteil, dass sie leicht und günstig sind – aber sie saugen Schweiß auf und werden mit der Zeit hart.
Spitze und Teller
Standard sind Hartmetall- oder Karbidspitzen. Die halten auf Fels, auf Eis, auf gefrorenem Boden. Für Schnee gibt es Tellerersatz – kleine Scheiben, die das Einsinken verhindern. Eine Investition von 10 bis 15 Euro, die sich im Winter lohnt.
Schlaufen-System
Klassische Schlaufen oder ein Schnellverschluss-System am Handgelenk, das sich mit einem Handgriff lösen lässt. Ich habe beides ausgiebig getestet. Ich bin Fan von Schlaufen.
Unsere Empfehlungen nach Einsatzbereich
Ohne konkrete Modelle zu nennen – die wechseln jährlich – hier unsere Einschätzung:
- Bergläufe/ Vertikalrennen Ultraleichter Carbon-Fixstock, 120g
- Ultrawettkämpfe mit Pflichtausrüstung: Carbon-Faltstock mit Fixlänge, um die 140g
- Training, Fitness, Nordic Walking: Aluminium-Fixstock reicht völlig, robust und günstig
- Wanderungen: Alu Teleskopstock robust und günstiger (80-110€)
- Klettersteig-Touren, technisches Gelände: Faltstock mit schnellem Verstauen
Warum wir nur Stöcke verkaufen, die wir selbst nutzen
Im Bergling Shop in Sonthofen findest du kein komplettes Stock-Sortiment. Wir haben eine bewusst kleine Auswahl – weil wir jeden Stock selbst einsetzen, bevor er ins Regal kommt. Andy läuft die Modelle auf echten Allgäuer Trails, testet sie über mehrere Saisonen, prüft sie auf Dauerbelastung.
Das heißt: Wenn wir dir einen Stock empfehlen, dann hat der Hunderte Kilometer hinter sich – und wir wissen, wo er gut funktioniert und wo nicht.
Ein gebrochener Stock mitten im Rennen ist einer der ärgerlichsten Ausrüstungsausfälle überhaupt. Kauf nicht den billigsten Stock, kauf den richtigen. Der Unterschied sind oft nur 30 Euro – aber die entscheiden.
Fazit
Für die allermeisten Trailrunner im Allgäu – vom Hobbyläufer auf dem Grünten bis zum ambitionierten Rennläufer ist ein Carbon-Faltstock die beste Wahl. Er ist das leichter im Gesamtpaket, hat auch ein gutes Schwungverhalten.
Komm gerne im Bergling Shop in Sonthofen vorbei – wir beraten dich persönlich und zeigen dir die Unterschiede direkt in der Hand. Kein Online-Text ersetzt das Gefühl für einen Stock.
Bereit, selbst loszulegen?
Ob Spiroergometrie, Trainingsplanung oder Personal Coaching – wir begleiten dich persönlich auf deinem Weg.
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